Anfang lesen
Fortsetzung:
Kurzentschlossen stand ich noch einmal auf, ging wieder in den Keller und holte ein paar Flaschen Mineralwasser aus dem Kühlschrank. Damit ging ich zu den Arbeitern vor unserem Garten. Schließlich erfüllten Sie nur ihre Pflicht und wussten wahrscheinlich gar nichts von den vielen Protesten gegen den Kreisverkehr. Jetzt wurde er nun doch gebaut. Die Arbeiter hatten es doppelt schwer. Sie mussten sich immer wieder den Zorn der ganzen Siedlung anhören und bekamen es zusätzlich mit der geballten Kraft der Sonne zu tun. Ich war damals der Sprecher der Bürgerbewegung, aber die ganzen Proteste der letzten Jahre konnten den Bau nicht verhindern. Diesen Kampf hatten wir verloren, aber immerhin waren wir uns einig. So ein Kreisverkehr ist immer noch besser, als eine Ampel.
Als meine Frau sich heute früh zu ihrer Shopping-Tour aufmachte, entdecke Sie die Bauwagen und grinste sie diebisch vor sich hin. Dann hielt sie wortlos ihre Hand auf. Ich wusste was das zu bedeuten hatte. Sie bat um meine Kreditkarte. Ich hatte mich in meinem Eifer für die Bürgerbewegung doch tatsächlich auf eine selten dämliche Wette eingelassen. Ich war felsenfest überzeugt, das die Obersten der Stadt sich gegen den Kreisverkehr aussprechen würden und ihr versprochen, das sie ihren lange gewünschten Pelzmantel bekommen würde, falls der Kreisverkehr doch gebaut wird. Hätte ich recht behalten, wäre sie deutlich billiger davon gekommen. Ich konnte ihr nur die Einladung in mein Lieblingsrestaurant entlocken. Im Steakhaus um die Ecke gibt es das beste Hüftsteak der Welt. Die Rechnung hätte sie bezahlen müssen… von ihrem Geld, das Sie als Nachhilfelehrerin verdient.
« Urlaub in der Hängematte – Geschenke aus Beton »
Es gibt noch keine Kommentare.